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wird der "uno" das motorrad der zukunft?

Toronto National Motorcycle Show 2008Ein am MIT in den USA studierender, heute knapp 20jähriger Kanadier - Ben Gulak - hat sein Töff der Zukunft bereits vor einem Jahr auf der National Motorcycle Show 2008 in Toronto vorgestellt - damals der dritte Prototyp des jungen Schraubers.

Kurz danach schaffte er es mit seinem zunächst kurios anmutenden "halben Töff" auf die Titelseiten einschlägiger amerikanischer Fachzeitschriften, später erschienen Artikel über seinen "Uno" aber auch in "seriösen" Zeitschriften wie etwa der die "New York Times" oder der "Financial Post".

MotorcycleMojo, Mai/Juni 2008 Popular Science, Juni 2008 Bens Grossvater hat seinem Enkel nicht nur den Schraubervirus, sondern schlussendlich auch seine Werkstatt und technisches Verständnis vererbt: der Bub bastelte schon als Kind fleissig mit. Eindrücklich war wohl auch eine Reise nach China 2006 und ins smogverseuchte Peking - Ben war klar, dass etwas gegen die von herkömmlichen Verbrennungsmotoren hervorgerufene Luftverschmutzung getan werden müsste und dachte über eine neue Form von elektrischen Antrieben für kompaktere Verkehrsmittel von der Grösse eines Fahrrads oder eines Motorrads nach, mit deren Hilfe Staus verkleinert und gleichzeitig die Umwelt geschont werden könnten.

Ben Gulaks UnoResultat ist sein "Uno" - der ausschaut wie ein Einrad mit Antrieb: erst auf den zweiten Blick ist zu erkennen, dass es sich um zwei nebeneinander angebrachte Räder - also um ein Einachser-Fahrzeug - handelt. Auf einem Yamaha-R1-Rahmen (der breiter ist als üblich und die Unterbringung der beiden Räder ermöglicht) entstand ein orange-grauer, recht wohlgestalteter Fiberglas-Prototyp, der (noch) von zwei elektrischen Rollstuhlmotoren angetrieben wird. So erreicht der "Uno" zumindest theoretisch eine maximale Geschwindigkeit von etwa 40-60 km/h; da Ben aber auch sein eigener Testfahrer ist und entsprechend vorsichtig Gas gibt, hat er nach eigenen Angaben bis dato erst um die 30 km/h gefahren - verständlich, oder?

Ben Gulaks UnoNach langen Versuchsreihen hat Ben Gulak dem "Uno" ein Gyroskop und ein Kontrollsystem verpasst, mit dessen Hilfe sowohl der Fahrer über den Rädern ausbalanciert als auch die Radaufhängung und Federung gesteuert wird. Probleme hierbei ergaben sich bei der Gyro-Programmierung: ein Gyroskop ist kein Problem, aber zwei? Der "Uno" verfügt über zwei Digi-Gyros - einen für die Vorwärts- und Rückwärtsbewegung und einen zweiten, der Drehbewegungen kontrolliert und gleichzeitig die nach vorn oder rückwärts gerichtete Schwungkraft konstant halten muss.

Ben Gulak auf seiner UnoDas Fahren und die Handhabung der 54,5 kg schweren Maschine ist kinderleicht - ausser einem Ein-Aus-Schalter gibt es keine weiteren Steuerelemente. Zum Vorwärtsfahren muss man einfach sein Körpergewicht nach vorne verlagern, sich also etwas heftiger nach vorn bewegen, so dass der "Uno" sich nach vorne neigt. Zum Abbremsen und rückwärtsfahren lehnt man sich auf dem Sitz zurück, der "Uno" neigt sich nach hinten und wird langsamer oder färt rückwärts. Je weiter man sich vorlehnt, umso grösser ist die Beschleunigung. Das Gyroskop übermittelt dabei an das elektronische Motorsteuerungssystem, wie gross die Beschleunigung sein muss und liefert im Gegenzug die korrekte Strommenge an die zwei Elektromotoren (je einer pro Rad).

Ben Gulaks Uno Ben Gulak auf einem Prototypen
Ben Gulak hat in der Zwischenzeit neben seinem Studium in Massachusetts/USA seine eigene Firma - BPG Technologies Inc. - gegründet (siehe unten stehende Webseite) und sucht Programmierer, Maschinenbau- und Elektrotechnikingenieure. Und er sucht natürlich Investoren für sein ehrgeiziges Projekt ;-)

Ben Gulak ist allerdings nicht der einzige, der an einem "Uno"-Konzept bastelt: bereits 2003 hat die kanadische Firma Bombardier Recreational Products (BRP) ihren Bombardier®EMBRIO als Konzept vorgestellt - ein ebenfalls gyroskopisch ausbalanciertes, einrädriges Fahrzeug, das von einer Wasserstoffbrennstoffzelle
Bombardier®EMBRIOBombardier®EMBRIO Bombardier®EMBRIO
angetrieben wird: es ist vornehmlich für den Freizeitbereich und für Pendler gedacht. Der "Embrio" vermittelt definitiv ein futuristisches Gefühl von Töff-Design 2025 ungefähr - auf der Corporate-Webseite von Bombardier ist er derzeit jedoch nur noch mit einem Einzeiler unter der Überschrift "Preise und Auszeichnungen" zu entdecken - vielleicht erweckt man das elegante Teil eventuell doch wieder zum Leben?

Quellen: www.the-uno-tomorrows-transportation.com
Popular Science - www.popsci.com
Motorcycle Mojo - www.motorcyclemojo.com
Bombardier - www.brp.com + corp.brp.com
sowie diverse Internetrecherchen


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